Besuch der MVA in Ingolstadt

Media

Am 13.10.2016 haben wir von Greenpeace Ingolstadt/Eichstätt einen Besuch in der Müll-Verwertungsanlage Ingolstadt (MVA) gemacht, um uns ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. In der MVA Ingolstadt werden viele Maßnahmen gegen Emissionen bzw. Schadstoffe unternommen, die bei der Verbrennung entstehen.

So werden zur Reduzierung von Staub, Dioxinen, Furanen und Schwermetallen Gewebefilter eingesetzt. Um den Ausstoß von Schadgasen wie Schwefeldioxid (Verantwortlich für Sauren Regen) zu minimieren, sind Gaswäscher im Einsatz, die auch in der Lage sind, den Quecksilberanteil in den Emissionen zu verkleinern. Ein weiteres Verfahren, um den Schwefeldioxidauststoß zu minimieren, ist der Einsatz von Natronlauge. Stickoxide (Verantwortlich für bodennahes Ozon und Treibhausgas) werden durch ein DeNOx-Katalysator vermindert.

Regenwasser und betriebliche Abwässer werden gesammelt und für technische Zwecke mehrfach genutzt.

Nichts desto trotz werden vor allem beim verbrennen von Plastikmüll Emissionen erzeugt.

Die Riesenberge von Müll, die auch aus dem weiteren Umkreis von Ingolstadt kommen haben mich sehr schockiert und wir waren an einem Tag dort wo wenig Müll vorhanden war. Im Jahr 2015 trafen dort ca. 117.084 Tonnen Müll ein, das entspricht 163 kg Haus- und Sperrmüll sowie hausmüllähnlichen Abfällen aus Industrie und Gewerbe pro Einwohner. Das entspricht ungefähr einem 16 Meter hohem Lego Turm (ein Stein: ca. 80g, 9,6mm).

Restmüllaufkommen (alle Angaben in t)

Restmüllart                 2009         2010           2011         2012          2013        2014          2015

Hausmüll                   90.534     90.185      90.616     92.600     92.544     92.512     94.560
Sperrmüll                   8.574        7.648        7.833       7.296     11.973     12.605     16.134
hausmülllähnlicher    4.656        4.546        5.767       5.165       5.913       5.038       6.390
Gewerbemüll
Gesamt                  103.765     102.379     104.216  105.061   110.430    110.155   117.084

Auch beim Lagern auf Deponien, was seit 2005 wegen Verseuchung von Grundwasser verboten ist entstehen Giftstoffe. Die Riesigen Müllberge haben in mir den Wunsch geweckt (Plastik) Müll zu vermeiden.

Das eigentliche Problem beim Müll ist für mich eindeutig das wir überhaupt Müll produzieren der nicht in die Kreisläufe der Erde zurück fließen kann. Deshalb habe ich mir ein paar Gedanken zum Thema Müllvermeidung gemacht:

Unnötiges Plastik reduzieren

Müssen Einwegflasche, Plastikgeschirr oder 1-Euro-Nippes unbedingt sein? Wahnsinn, welcher Aufwand etwa für einen Wegwerflöffel betrieben wird. Wäre es da nicht sinnvoller, wenn wir unser Besteck einfach abwaschen? Viele Plastik-Gadgets im Alltag sind komplett überflüssig. Deshalb: Einfach mal den schnellen Griff zu Dingen hinterfragen, die es auch aus schönen, langlebigen Materialien wie Holz, Glas, Stoff oder Metall gibt.

Bei Kosmetik auf Inhaltsstoffe achten

Viele Körperpflegeprodukte und Kosmetika enthalten feste, flüssige und wachsartige Kunststoffe. Sie dienen als Schleif-, Binde- oder Füllmittel. Dabei gibt es Alternativen – Naturkosmetik kommt ohne die Zutat Plastik aus. Plastik im Produkt zu erkennen, ist nicht ganz einfach. Ein kleiner Greenpeace-Ratgeber hilft und listet Stoffe auf, die auf künstliche Polymere hinweisen, zum Beispiel Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder auch Nylon. Also keine Produkte kaufen, die diese Inhaltsstoffe enthalten.

Mit Rucksack, Korb, Stofftasche einkaufen

76 Plastiktüten verbraucht jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr. Viel zu viele! Dabei gibt es nachhaltige Alternativen: Körbe, Rucksäcke, Stofftaschen. Die sind robuster als Einwegtüten aus Plastik oder Papier – und ihre Ökobilanz fällt bei mehrmaliger Nutzung deutlich besser aus. Ein kleiner Stoffbeutel passt in jede Jackentasche – und ist deshalb auch bei Spontankäufen ein guter Begleiter.

Zeit nehmen statt „To Go“

Jährlich werden mehr als 100 Millionen Tonnen Plastik für Produkte hergestellt, die weniger als fünf Minuten genutzt werden, etwa Einweggeschirr und Becher für „To Go“-Kaffee. Mit unserer Bequemlichkeit wächst auch der Plastikmüll-Berg. Dabei tut es gut, den Alltag zu entschleunigen: Auf den Plastikdeckel beim Kaffee verzichten und lieber in Ruhe eine Tasse im Café trinken oder selbst einen Espresso oder Filterkaffee kochen (nicht aus Kapseln, selbstverständlich). Trotz bestem Willen keine Zeit? Da helfen die oft schicken Thermobecher, die sich immer wieder mitnehmen lassen – und den Kaffee wärmer halten als jeder Einwegbecher.

Die Macht als Kunde nutzen

Derzeit werden 311 Millionen Tonnen Plastik im Jahr produziert, Tendenz stark steigend. Hauptabnehmer ist die Verpackungsindustrie – die damit vor allem Produkt-Marketing betreibt. Doch der Inhalt wird dadurch nicht besser. Deshalb möglichst unverpackte Lebensmittel kaufen oder nur solche in größeren Packungen. Umdenken kann auch bewirken, wer Hersteller und Lebensmittelhandel auf Alternativen anspricht – oder gleich regionale Produkte, beispielsweise in Obst- und Gemüsekisten, ordert.

Wir kaufen jetzt nur noch Milch in Glasflaschen und versuchen auch ansonsten immer Glasprodukte zu kaufen. Auch bei Kosmetika ist es möglich Seifen ohne Verpackung zu kaufen oder Nachfüllbare Verpackungen.

Sogenanntes „Bioplastik“ vermeiden

Bloß nicht täuschen lassen: Tüten aus „Bioplastik“ sind derzeit noch reine Augenwischerei – erst recht wenn „kompostierbar“ draufsteht.  In den allerwenigsten Fällen sind solche Tüten tatsächlich biologisch abbaubar, und wenn, dann nur unter ganz speziellen Bedingungen in der industriellen Kompostierung. Diese Irreführung ruhig an die Verkäufer zurückmelden!

Müll sammeln und trennen

Auch wenn es manchmal umständlich ist: Beim Müll das Plastik von den anderen Materialien trennen, damit sich dieser Wertstoff wiederverwerten lässt. In keinem anderen Land der Europäischen Union wird so viel Plastik verbraucht wie in Deutschland. Umso wichtiger, dass es mehrmals eingesetzt werden kann.

Reparieren, umgestalten, upcyceln

Nicht immer gleich in die Tonne damit: Auch manche Plastikgegenstände lassen sich reparieren. Oder umwidmen. Wenn etwa der Käse nun schon in einer Plastiktüte verpackt ist: Kann die vielleicht wenigstens noch als Frischhaltebeutel dienen? Und – wer weiß? – vielleicht lässt sich ja aus dem ein oder anderen ausgedienten Kunststoffteil etwas ganz Neues, Schönes, Nützliches kreieren? Pflanztöpfe, Schalen oder gar stylische Vorhänge aus den blumenförmigen Böden von Einweg-Plastikflaschen, zum Beispiel. Jede Menge Ideen für Plastikmüll-Upcycling gibt es im Netz.

Kunststofffassern in Synthethikstoffen

Microplastik durch Kunststofffassern machen den größten Teil in den Meeren aus. beim waschen von Kunststofffassern also evtl. einen Gubby-Bag nutzen bzw. Nicht so oft Waschen. Allgemein Syntethikfassern in Klamotten vermeiden.

Tauschen und Second Hand statt Neukauf

Besser als ein Neukauf ist immer Second-Hand oder Tauschen. Also veranstalte eine Tauschparty mit Freundinnen daheim! Oder beteilige dich an einem und nutze Second-Hand.

 

MACH MIT!: Falls ihr auch Ideen habt wie wir alle Müll vermeiden können, schreibt uns doch einfach eine Mail: info(at)ingolstadt.greenpeace.de. Wir machen hierzu ein Handout und stellen dies auf unsere Homepage.

Wir sind die einzige Spezies auf diesem Planet die überhaupt Müll produziert, der Cradle to Cradle Ansatz ist für mich das Ziel bzgl. der Müll-Politik.

Mehr Informationen:

https://www.greenpeace.de/plastikm%C3%BCll

https://www.greenpeace.de/themen/meere/10-tipps-fuer-weniger-plastik