Rettet den Amazonas!

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An einem Infostand in der Ingolstädter Fußgängerpassage konnten sich am Samstag den 23. Juni 2016 Interessenten zwischen 12 und 14 Uhr über die Pläne und die Folgen eines Staudammes im größten noch existierenden Regenwald der Erde informieren und erfahren, wie sie sich stark machen können, um den Bau zu verhindern.

Am Tapajós, einem der letzten unberührten Flüsse des Amazonasbeckens und eine der artenreichsten Gegenden der Erde, sind bereits mehr als 40 Dämme in Planung oder bereits im Bau. Durch den größten Damm werden voraussichtlich 400 km² Urwald überflutet und durch indirekte Auswirkungen weitere 2 200 km² zerstört.

Die brasilianische Regierung will den Ausbau von Staudämmen im Amazonas-Regenwald vorantreiben. Ohne internationale Unterstützung wäre der Bau dieser Dämme kaum möglich: Der Technologiekonzern Siemens und die Firma Voith könnten, wie bereits für den umstrittenen Belo-Monte-Staudamm, Turbinen und Generatoren für das Großprojekt liefern.

„Siemens muss seine Verantwortung ernst nehmen und darf sich nicht an dem zerstörerischen Staudammprojekt beteiligen“, sagt Jannes Stoppel, Greenpeace-Experte für Wälder. Bereits die Mitwirkung des Konzerns an dem Belo-Monte-Projekt zeigte, dass Siemens die direkten und langfristigen Auswirkungen solcher Staudammprojekte auf Mensch und Natur nicht bedacht hat. „Mit einer öffentlichen Erklärung würde Siemens ein wichtiges Zeichen setzen: Wer Klimaschutz will, unterstützt den Ausbau von Solar- und Windenergie, ohne den Amazonas-Regenwald zu zerstören“, erklärt Stoppel. Aus diesem Grund sammelt Greenpeace Unterschriften, um Siemens zu einem öffentlichen Statement zu bewegen.

Die Urwälder um den Amazonas sind auf saisonale Überflutung angewiesen, welche durch Staudämme verhindert wird. So wird schlagartig der Lebensraum von Schildkröten, Kaimanen, Ottern und Flussdelfinen zerstört. Diese Einflüsse können sich sogar auf Gebiete einige hundert Kilometer flussauf- oder abwärts der Dämme auswirken und zum Aussterben von Arten führen.

In der Amazonas Region in Brasilien befindet sich der größte noch verbliebene Regenwald der Welt. Bisher wurden bereits mehr als 750 000 Quadratkilometer Wald zerstört. Seit 2004 ist die Entwaldung durch illegale Holzfäller und Siedler erfreulicherweise zurückgegangen, doch 2012 wurde vom Kongress ein Gesetz erlassen, dass illegaler Entwaldung den Weg ebnet.

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